Bereits zum sechsten Mal fand in diesem Jahr am Studienort Hann. Münden der Internationale Studienkurs statt. Insgesamt zehn Partnereinrichtungen der Polizeiakademie Niedersachsen entsandten in der Zeit vom 09.04. bis 27.04.2018 ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in einen polizeibezogenen Bachelor- oder Masterstudiengang eingeschrieben sind. Neben 24 Studierenden aus verschiedenen europäischen Ländern, darunter Estland, Kroatien, Lettland, Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien, Tschechien und Ungarn, waren erstmals auch zwei Repräsentanten der Nationalen Polizeihochschule von Mali in den Lehrgang eingebunden. Ihnen wurden in der Arbeitssprache Englisch Grundsätze der modernen Polizeiarbeit nähergebracht.

Generell verfolgt die Veranstaltung das Ziel, die Beteiligten mit der Polizeiausbildung in Niedersachsen und wichtigen Themenfeldern in der internationalen polizeilichen Zusammenarbeit vertraut zu machen. Diese Konzeption folgt der Einsicht, dass die Polizei- und Sicherheitsbehörden nicht zuletzt im Schengen-Raum zusehends auf organisierte Kriminalität und das Treiben grenzüberschreitender krimineller Netzwerke reagieren müssen. Bei den Ermittlungen wird heute auch auf die Ressourcen von Institutionen wie Europol, Eurojust und OLAF zurückgegriffen. Gleichzeitig gibt es inzwischen Instrumente wie den Europäischen Haftbefehl. Damit diese Maßnahmen Erfolg haben können, bleiben persönliche Kontakte auch jenseits der Landesgrenzen jedoch unerlässlich.

Davon ausgehend deckte der diesjährige Studienkurs, der von Rainer Dulias und Benjamin Kühnhardt verantwortet wurde, in den drei Veranstaltungswochen relevante Inhalte wie europäisches Recht sowie spezifische Kriminalitäts- und Deliktsfelder ab. Außerdem widmeten sich die Dozentinnen und Dozenten in ihren Workshops internationalen Polizeimissionen sowie den Arbeitsgrundlagen von Frontex und gemeinsamen Zentren von Polizei und Zoll. Daneben standen Prinzipien des polizeilichen Einsatzmanagements (u.a. am Beispiel der Verkehrssicherheit) und in der Gruppe durchgeführte Einsatztrainings mit Schießübungen und Sporteinheiten auf der Agenda. Um den Unterricht durch Einblicke in die Praxis und den direkten Austausch mit erfahrenen Polizeikräften noch anschaulicher zu gestalten, wurden ferner drei Einrichtungen in der Nähe des Studienorts besichtigt. Hierfür hatten sich das Polizeikommissariat Hann. Münden, die Diensthundführerstaffel der Polizeidirektion Göttingen und die Landesbereitschaftspolizei Niedersachsen bereitgefunden.

Abgerundet wurde das Programm durch gemeinsame Aktivitäten bei einem Grillabend und einem Come-together in der Kantine der Liegenschaft Hann. Münden. Der letztgenannte Anlass wurde dankenswerterweise durch den Förderverein der Polizeiakademie finanziell unterstützt.

Auch für 2019 ist ein Internationaler Studienkurs vorgesehen. Nach einem personellen Wechsel im Bereich Internationales wird die Organisation dann von Dr. Sebastian Knospe und Folke Müller übernommen, die im Juni 2018 schon Erfahrungen bei der Vorbereitung eines weiteren jährlichen Veranstaltungsformats an der Polizeiakademie in Gestalt der Internationalen Tage sammeln konnten.

(von Dr. Sebastian Knospe)

 

Dr. Sebastian Knospe ist seit dem 3. April 2018 als Koordinator Internationale Kooperationen in Dezernat 01 der Polizeiakademie tätig. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Englische Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald. Dort hat er zum Sprach- und Kulturkontakt u.a. zwischen dem Deutschen und Englischen sowie zu Humor und Wortspiel geforscht. Für sein neues Tätigkeitsgebiet bringt er durch die Mitwirkung an Drittmittelprojekten und die mehrfache Ausrichtung wissenschaftlicher Veranstaltungen mit internationalen Beteiligten entsprechende Voraussetzungen mit.