Ein Erfahrungsbericht von PKin Feudel.
Kurz nach meiner Ernennung ging mein Flug nach Valencia, wo ich vom 01.04.2026 bis zum 31.05.2026 die Gelegenheit hatte, ein zweimonatiges Auslandspraktikum bei der Policía Nacional zu absolvieren. Das Auslandspraktikum wurde im Rahmen des Erasmus+-Programms durchgeführt und bot mir die Möglichkeit, die spanische Polizeiarbeit aus nächster Nähe kennenzulernen und
zahlreiche Eindrücke zu sammeln.
Die ersten beiden Wochen meines Aufenthalts verbrachte ich bei der spanischen Kriminalpolizei in Abastos. Dort erhielt ich Einblicke in die Ermittlungsarbeit und konnte die Arbeitsweise der verschiedenen kriminalpolizeilichen Bereiche kennenlernen. Anschließend war ich für drei Wochen auf einer großen Polizeianlage eingesetzt, auf der zahlreiche spezialisierte Einheiten der Policía Nacional untergebracht sind. Während dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Bereiche kennenzulernen und die
Kolleginnen und Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit zu begleiten. Dazu gehörten unter anderem die spanische Bereitschaftspolizei, die Diensthundestaffel, die Polizeireiterstaffel sowie weitere Spezialeinheiten und Fachdienststellen. Ein besonderes persönliches Highlight war für mich die Gelegenheit, gemeinsam mit meinen spanischen Kolleginnen und Kollegen ein Fußballspiel sowie ein Basketballspiel zu besuchen.
Die darauffolgenden zwei Wochen verbrachte ich am Flughafen, wo ich die polizeilichen Aufgaben im Bereich der Grenzsicherung und des internationalen Reiseverkehrs kennenlernen konnte. Hier war ich für die spanischen Kollegen besonders hilfreich, da ich
mich mit vielen deutschen Touristen über verschiedene Anliegen unterhalten konnte.
Den Abschluss meines Praktikums bildete eine Woche im Bereich der Forensik. Dort wurden mir die kriminaltechnischen Arbeitsweisen und die Spurensicherung vorgestellt. Die Einblicke in die forensische Untersuchung und Auswertung von Beweismitteln rundeten das Praktikum ab und vermittelten ein weiteres wichtiges Bild der Polizeiarbeit abseits des
klassischen Einsatzdienstes.
Die einzige kleinere Herausforderung während meines Aufenthalts waren gelegentliche Sprachbarrieren. Da ich selbst kein Spanisch spreche und nicht alle Kolleginnen und Kollegen oder Bürgerinnen und Bürger Englisch beherrschten, war die Verständigung nicht immer einfach. Dennoch konnten diese Hürden dank der großen Hilfsbereitschaft und gegenseitigen Offenheit nahezu immer unkompliziert überwunden werden und standen einer positiven Erfahrung zu keinem Zeitpunkt im Weg.
Für mich persönlich war die Zeit in Valencia eine außergewöhnlich bereichernde Erfahrung. Das Praktikum war fachlich äußerst lehrreich, sehr abwechslungsreich und bot zahlreiche Möglichkeiten zum internationalen Austausch. Gleichzeitig konnte ich viele Unterschiede, aber auch zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der spanischen Polizei und der Polizei Niedersachsen feststellen. Die gewonnenen Eindrücke werden mich sowohl beruflich als auch persönlich nachhaltig begleiten.
Mein herzlicher Dank gilt dem Förderverein der Polizeiakademie für die Unterstützung und die Möglichkeit, dieses besondere Auslandspraktikum absolvieren zu dürfen.
von Yvette Feudel












