Im Anschluss an mein dreijähriges Studium an der Polizeiakademie in Hann. Münden bekam ich im Rahmen des zweimonatigen Erasmus+- Graduiertenprogramms die Möglichkeit, vom 01.10.2025 bis zum 30.11.2025 die Polizeiarbeit verschiedener Einsatzeinheiten im Kanton Aargau in der Schweiz kennenzulernen.

Dabei war eine Besonderheit, dass ich durch den bilateralen Polizeivertrag zwischen der Schweiz und Deutschland befugt war, meine Uniform im Ausland zu tragen und darüber hinaus jegliche Führungs- und Einsatzmittel – inklusive meine Dienstwaffe – mitzuführen und einzusetzen.

Im Oktober begleitete ich als dritte Person zunächst den Patrouillendienst der Kantonspolizei am Stützpunkt Baden, welcher mit dem klassischen Einsatz- und Streifendienst vergleichbar ist. Die aufnehmenden Schweizer Polizistinnen und Polizisten übernehmen bei niedriger bis mittelschwerer Deliktschwere zugleich die Endsachbearbeitung und führen die Ermittlungen und Vernehmungen bis zur Übergabe an die Staatsanwaltschaft selbst durch. Die schweizerische Kriminalpolizei übernimmt die Sachbearbeitung somit nur bei Delikten mit einer gewisser Schwere.

Im November erhielt ich außerdem einen tieferen Einblick in die Diensteinheit „FOKUS“, welche häufig als die „polizeiliche Feuerwehr“ des Kantons bezeichnet wird. Diese operative Einheit dient sowohl der Prävention von Gewalt- und Einbruchskriminalität als auch als Erstintervention. Die Einsätze reichten von Alarmauslösungen und Schlägereien bis hin zu häuslicher Gewalt sowie der Unterstützung bei Hausdurchsuchungen und Inhaftierungen.

Darüber hinaus nahm ich für einen Tag an den praktischen Trainings der Polizeihochschule in Hitzkirch teil, um die Polizeiausbildung kennenzulernen. Auf die einjährige Grundausbildung, welche eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium voraussetzt, folgt ein Praxisjahr in der „Mobilen Polizei“ der Kantonspolizei, welche mit der deutschen Autobahnpolizei vergleichbar ist.

Außerdem begleitete ich jeweils für einen Tag das Präventionsteam der Kantonspolizei Aarau bei der Einbruchschutzberatung, erhielt Einblicke in die Ausbildung der Diensthunde, durfte das Auswahlverfahren verfolgen, die Durchführung einer Obduktion ansehen und an diversen Aktionstagen teilnehmen.

Insgesamt waren die letzten zwei Monate sowohl in dienstlicher Hinsicht besonders lehrreich aber auch persönlich bereichernd und führten zu neuen Freundschaften in der Schweiz. Ich möchte mich ausdrücklich bei allen bedanken, die an dieser Zeit mitgewirkt, mich unterstützt und mir diese unvergessliche Erfahrung ermöglicht haben. Ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch im Kanton Aargau gewesen sein wird.

von Michaela Paul

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