Ein Erfahrungsbericht zwischen Blaulicht, Bergen, Strand und bestem Kaffee.
Für die meisten unserer Kommilitonen hieß es nach der Graduiertenfeier: Kurz bei einem Urlaubstag durchschnaufen, um dann den Tag danach nach drei Jahren (endlich!) in den Berufsalltag zu starten. Für uns (einem Kollegen aus Hannover und mich, Rica Bramlage) hingegen, gab es noch einen Zwischenstopp, der noch heute losgehen sollte: Zypern!
Dank des zypriotischen Nationalfeiertags am 01. Oktober erwarteten uns auch gleich zwei freie Tage, um uns in unserem neuen Zuhause einzuleben. Dabei ist unsere erste Station Nikosia, die Hauptstadt der Republik Zypern und gleichzeitig Startpunkt einer Reise, die uns quer über die Insel nach Paphos (unser Lieblingsort), Limassol, Larnaca und wieder zurück nach Nikosia führen sollte. Etwa alle paar Wochen packten wir unsere Koffer und zogen weiter, um einen möglichst umfassenden Einblick in die zypriotische Polizeiarbeit zu bekommen – und ehrlich gesagt hätte ich mir keine bessere Art vorstellen können, das Land kennenzulernen. Natürlich war die Planung mit den vielen Unterkünften im Vorfeld etwas aufwendiger, aber die Mühe hat sich mehr als gelohnt.
Der Dienst war abwechslungsreich: Von Autobahnpolizei über Polizeistationen, Ermittlungsdienste und Wasserschutz bis hin zu Spezialeinheiten wie der Hubschrauberstaffel war alles dabei. Dabei fiel uns schnell auf, dass Zypern ein ausgesprochen friedliches Fleckchen Erde ist. Die Kriminalitätsrate ist so niedrig, dass Einsatzfahrten eher zur Seltenheit gehören. Die Kollegen nutzten diese ruhigen Zeiten deshalb gern, um uns „Touris“ ihr Gebiet zu zeigen – inklusive der schönsten Aussichtspunkte, versteckten Orte und Einblicke, die man im normalen Urlaub mit ziemlicher Sicherheit verpasst.
Und vom ersten Moment an haben wir gemerkt: Ein zentraler Bestandteil der Arbeit – unabhängig vom Dienstort – ist der Kaffee! Idealerweise mit einem Snack von „Zorbas Bakery“.
Gearbeitet haben wir werktags von 8 bis 14 Uhr – angenehme Zeiten, die uns genug Raum ließen, die Insel selbst weiter zu erkunden. Bei konstant sommerlichen 25–27 Grad fanden wir uns oft am Strand wieder. Aber Zypern hat nicht nur den zu bieten, sondern auch Berge, die sich perfekt für Wanderausflüge eignen.
Auch die Geschichte der Insel hat uns sehr beschäftigt. Die bis heute bestehende Teilung, bei der rund ein Drittel der Insel türkisch geprägt ist, ist überall spürbar und prägt auch die polizeiliche Arbeit. Letzteres haben wir insbesondere bei unseren Einblicken in der „Immigration Unit“ bemerkt.
Neben vielen neuen Eindrücken haben wir auch ein wenig Griechisch gelernt – und dabei festgestellt, dass „Yasas“ wirklich für fast jede Gelegenheit genutzt wird. Besonders in Erinnerung bleibt uns aber die enorme Gastfreundschaft unserer zypriotischen Kollegen. Durch sie sind wir nicht nur zu hervorragendem Kaffee gekommen (meine Empfehlung ist der Freddo Espresso), sondern auch zu authentischem zypriotischem Essen in Tavernen, die wir allein nie gefunden hätten.
Rückblickend kann ich nur sagen: Ich habe diesen Aufenthalt keine Sekunde bereut. Im Gegenteil – ich bin unglaublich froh, den Schritt gewagt zu haben. Wenn ihr also die Möglichkeit habt – macht es! Solch eine Erfahrung bekommt man vielleicht nur einmal im Leben. Zögert nicht, Zypern wartet schon. Und Zorbas auch. Yasas!
von Rica Bramlage














